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Sharing-Kultur eröffnet neue Potenziale

Intelligente digitale Netzwerke werden zunehmend zum Erfolgsfaktor. Beispielsweise in der Sharing-Economy. Das „Teilen" und „Nutzen" statt „Besitzen" und „Kaufen" kann auch dem Imagingmarkt signifikante Impulse verleihen, prognostiziert der Photoindustrie-Verband. Das Teilen von Imagingprodukten und -services, herstellerübergreifende Angebote an Kunden und der Austausch von Know-how zwischen allen Imaging relevanten Märkten könnten die Sharing-Idee auf drei Ebenen zu einem Erfolgsmodell machen.

 

„Die Sharing-Kultur ist in der Imagingbranche noch am Anfang ihrer Entwicklungsmöglichkeiten. Ihre Wirkungen auf den Markt schätzen wir aber als überaus positiv ein. Dazu gehören die Schaffung neuer Geschäftsmodelle, die Herausbildung digitaler Ökosysteme sowie die Öffnung von Wertschöpfungsprozessen", erläutert Rainer Führes, Vorstandsvorsitzender des Photoindustrie-Verbandes e.V.

Hersteller teilen Produkte und Services mit Kunden

Mittlerweile entwickeln sich in fast allen Branchen neue Geschäftsmodelle der Sharing Economy. „In der Imagingbranche ist zum Beispiel Kamera-Sharing über eine herstellerneutrale Plattform denkbar – und wie aktuelle Untersuchungen von FGM Market Insights zeigen, ist ein solcher Service von den Verbrauchern auch gewollt", so Rainer Führes. Für ein entsprechendes Kamera-Sharingmodell eignen sich vor allem hochwertige digitale Kameras, die von den Usern temporär genutzt werden können. Voraussetzung dazu ist unter anderem: Die Kameras befinden sich immer in einwandfreiem Zustand und werden vom Hersteller gewartet. Die Kunden, so FGM Market Insights, wünschen sich die Auswahl aus mehreren Marken, würden gerne neue Foto-Produkte ausprobieren und vor allem auch den Vorteil nutzen, immer mit dem neuesten Modell fotografieren zu können. „Diese Kundenwünsche beziehen sich auch auf alle anderen Produktgruppen der Imagingbranche, die in ein entsprechendes Sharing-Modell einbezogen werden", ergänzt Führes.

Grundsätzlich ist der Photoindustrie-Verband der Meinung, dass die „Teilen-Kultur" das „Besitzen-Wollen" nicht ablöst, sondern eine Ergänzung des Marktes darstellt und Chancen für eine Erweiterung des jeweiligen Businessmodells bietet. Entscheidend für den Kunden ist: Er kann die Produkte teilen – muss er aber nicht. Er kann sie selbstverständlich nach wie vor auch kaufen.

Hersteller und Kunden bilden gemeinsame digitale Ökosysteme

In der Sharing Economy entstehen zusammenhängende digitale Ökosysteme. In Zukunft ist nicht mehr die Kompetenz eines einzelnen Anbieters als primärer Erfolgsfaktor ausschlaggebend, sondern die intelligente Verknüpfung der Fähigkeiten unterschiedlicher Hersteller und Dienstleister, die es gemeinsam schaffen, dem Kunden einen höchstmöglichen Mehrwert zu bieten. Dies beginnt mit der Schaffung gemeinsamer Standards für den Datenaustausch, geht über die nutzerorientierte Kreation neuer Leistungspakete über verschiedenste Marken und Märkte hinweg und reicht bis zur gemeinsamen Vermarktung der neuen digitalen Ökosysteme.

„Alle Komponenten des digitalen Imaging-Workflows von den unterschiedlichen Eingabegeräten über Zubehörprodukte bis hin zu Druckern, Software und Bildverwaltungslösungen in Clouds können in einem Sharing-Modell von den Kunden individuell zusammengestellt und genutzt werden – wenn entsprechende Standards die Kompatibilität sicherstellen", legt Rainer Führes dar. „Oder der User bewegt sich bei entsprechendem Angebot innerhalb des digitalen Ökosystems einer Marke, was aber dann ein mehr oder weniger geschlossenes System bedeutet."

Die intelligente digitale Vernetzung in der Sharing Economy erfasst immer stärker auch Unternehmensmitarbeiter, Lieferanten und Kunden. Durch die Möglichkeiten sozialer Netzwerke und durch die aktive Nutzung von Blogs, Wikis oder Data-Sharing können die weitreichenden Potenziale vernetzten Wissens genutzt werden. Lieferanten integrieren sich beispielsweise im B2B-Bereich an der Produktentwicklung, während Kunden im B2C-Segment als Impulsgeber für Verbesserungen, Innovationen und Angebotsformate fungieren. Der Nutzen des Info-Sharings mit Kunden ist enorm: In Communities erbringen überproportional engagierte Marktpartner als sogenannte „Hyper-User" beispielsweise konkrete Serviceleistungen für Unternehmen von der zielgruppengerechten Übersetzung von Bedienungsanleitungen bis hin zur Beantwortung von Kundenfragen.

Von Massenmarkt bis Spezialanwendung: Alle Imagingmärkte durch Schnittstellen vernetzen

„Imaging-Sharing", so Rainer Führes, „bezieht sich unserer Meinung nach aber nicht nur auf Produkte und Dienstleistungen, sondern auch auf die Formung ganz neuer Imaging-Submärkte." Der heutigen Struktur des Imagingmarktes, so Führes, fehlt es vor allem an Vernetzung und Schnittstellen: „Der klassische Consumer-Imagingmarkt, Smartphones und Mobile Imaging, wissenschaftliche Bildanwendungen und Medical Imaging, industrielle Imaginglösungen, der Security-Markt oder die unzähligen Software-Anwendungen von einfachen Apps bis hin zu komplexen Bilddatensteuerungen – diese einzelnen, hochinteressanten und innovativen Märkte und ihre unternehmerischen Protagonisten sind noch kaum untereinander vernetzt. Warum eigentlich? Wir brauchen Schnittstellen zwischen diesen Märkten, konkreten Wissenstransfer und den Mut, bestehende Marktgrenzen zu überspringen. Und um es ganz deutlich zu sagen: Eine solche Vernetzung der Imagingmärkte sehen wir nicht als ‚nice to have', sondern als Voraussetzung für die Entwicklung neuer Wertschöpfungsprozesse in diesen Märkten."

Die Bedeutung einer intelligenten digitalen Vernetzung wird immer stärker und das flexible Agieren in digitalen Netzwerkstrukturen avanciert zum zentralen Erfolgsmuster nicht nur in der Imagingwirtschaft. Rainer Führes: „Die Unternehmen, Handelspartner und Verbraucher des Imagingmarktes müssen die Chancen der Sharing Economy schnell erkennen und die richtigen Schlüsse ziehen. Sonst verlieren sie den Anschluss an die neue vernetzte Ökonomie und damit an den Markt. Der Photoindustrie-Verband arbeitet mit Hochdruck daran, alle Barrieren und Hindernisse zu beseitigen, die der digitalen Vernetzung des Imagingmarktes im Allgemeinen und der Sharing-Economy im Besonderen im Wege stehen. Bis zur kommenden photokina im September 2016 in Köln werden die ersten Modelle eines neuen, vernetzten digitalen Ökosystems der Foto- und Imagingbranche erkennbar sein und neue Wertschöpfungsprozesse in Gang gesetzt haben."

(piv)

 
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