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Kleine Lektion in Sachen Belichtung

Es ist ziemlich sicher, daß auch Sie schon so manches Mal ein wunderbares Motiv vor der Kamera hatten und sich auf das Bild mit großen Erwartungen gefreut haben. Doch das Ergebnis war enttäuschend, weil die Belichtung nicht stimmte.

Solche Dinge sind sehr ärgerlich. Forscht man dann nach den Ursachen der Fehlresultate, dann ergibt sich nicht selten, dass sie einem unzureichenden Belichtungsmeßsystem der Kamera zuzuschreiben sind. Die heute üblichen Automatikkameras, von denen es heißt, man brauche sie nur auf das Motiv zu richten und abzudrücken, sind für solche Fehlbelichtungen besonders anfällig.

Sehr kontrastreiche oder gar im Gegenlicht liegende Motive sind mit einer Einfach-Belichtungsautomatik eben nicht optimal zu belichten. Für Konstrukteure sind diese Probleme Anlass, automatische Belichtungssysteme zu entwickeln, die sich, je nach den Lichtverhältnissen im Motiv, entsprechend beeinflussen lassen. Manuell, automatisch oder mit einer Mischung aus beiden Arten. Zunächst aber soll in diesem Artikel aufgezeigt werden, was Belichtung und Belichtungsmessung eigentlich ist und worauf es dabei ankommt.

Schema

Schema der Belichtung
Die Wassermenge entspricht symbolisch der Lichtmenge

 

Ohne Belichtung kein Bild !

Doch was ist „Belichtung"?

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Was wir auch sehen in unserer Umgebung, Menschen, Dinge, Szenen - nichts wäre sichtbar ohne das Licht. Und weil das Licht die Farben eines Körpers reflektiert, gäbe es ohne Licht keine Farben.
Um nun die Rolle des Lichtes bei der Entstehung eines fotografischen Bildes zu verdeutlichen, eignet sich der Vergleich zwischen einem Wasserhahn, aus dem Wasser in einen Becher fließt, und dem Licht, das durch das Objektiv auf den Film trifft. Es gibt zwei Größen, mit denen die Wassermenge, die in den Becher laufen soll, kontrolliert werden kann: erstens, wie weit man den Wasserhahn aufdreht, und zweitens, wie lange man das Wasser laufen lässt. In gleicher Weise stehen auch zwei Möglichkeiten zur Verfügung, die Menge des Lichtes zu dosieren, die auf den lichtempfindlichen Film trifft, also welche „Belichtung" erfolgen soll: Die Öffnung der Blende im Objektiv entspräche dem Aufdrehen des Wasserhahns und die Belichtungszeit des Verschlusses der Zeit, die der Wasserhahn geöffnet bleibt.
Es braucht eine bestimmte Zeit, den Becher mit voll aufgedrehtem Hahn zu füllen. Bei nur halb geöffnetem Hahn würde man die doppelte Zeit benötigen, um den gleichen Becher zu füllen.
Überträgt man dieses Beispiel auf die Belichtung, heißt das: Schließt man die Blende auf die Hälfte, zum Beispiel von 1,4 auf 2,0, muß man die Belichtungszeit verdoppeln, also zum Beispiel von 1/60 auf 1/30 Sekunde, um eine identische Belichtung zu erzielen.
Und was würde passieren, wenn man einen kleineren oder größeren Becher nimmt? Natürlich würde sich die Wassermenge ändern, die in den Becher passt. In der Fotografie würde dies einem höher oder geringer empfindlichen Film entsprechen. Ein kleiner Becher braucht weniger Wasser, um voll zu werden. Also braucht ein höher empfindlicher Film auch weniger Licht, um korrekt belichtet zu werden. Bleiben wir noch im Bild des Vergleichs: Zuwenig Wasser in den Becher einfüllen entspricht einem Film, der zuwenig Licht bekommen hat. Das Bild bleibt zu dunkel. Zuviel Wasser dagegen lässt den Becher überlaufen, das Bild bekommt zuviel Licht und wird überbelichtet.
Somit wird klar, dass ein richtig belichtetes Bild nur dann entstehen kann, wenn der Film eine seiner Empfindlichkeit entsprechende Lichtmenge bekommt, die man durch Blendenöffnung und Belichtungszeit dosieren kann.
Soweit stimmt der Vergleich. Aber im letzten Punkt lässt er uns im Stich. Unsere städtische Wasserleitung hat einen stets gleichbleibenden Druck. Wenn man heute bei einer bestimmten Öffnung des Wasserhahns 2 Sekunden braucht, um einen Becher bestimmter Größe zu füllen, wird man auch morgen und übermorgen gleiche Verhältnisse haben.
Leider nicht so beim Licht. Dessen Menge und Intensität wechseln praktisch ständig, abhängig vom Wetter, der Jahres- und Tageszeit, der Gegend.
Im Gegensatz zum Füllen des Bechers wird die Kombination von Belichtungszeit und Blende, die heute um 10.27 Uhr für ein bestimmtes Motiv absolut richtig war, schon morgen um die gleiche Zeit nicht mehr stimmen. Und das ist genau der Grund, warum wir ein Meßgerät brauchen, mit dem sich die Intensität des Lichtes jederzeit aktuell bestimmen läßt. Also einen Belichtungsmesser. Und weil die richtige Belichtung ein so überaus wichtiger Punkt für die Entstehung eines guten Fotos ist, sollte seine Qualität und Zuverlässigkeit höchsten Anforderungen gerecht werden.

 
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