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Sind mehr Megapixel immer besser ?

Ständig kommen neue Kameras mit noch mehr Megapixeln (MP) auf den Markt.
Braucht man das ? Bringt das was ? Sind mehr Megapixel besser ?
Die eigentliche Frage lautet: Bringen Kameras mit mehr MP bessere Bilder als Kameras mit weniger MP - oder gibt es noch andere Kriterien, die wichtiger sind ?

 Megapixel !?

Was sind eigentlich diese Megapixel ?
Die einzelnen Bildpunkte eines Digitalfotos nennt man Pixel, diese stellen praktisch die kleinste einzelne Bildinformation dar. Grundsätzlich gilt: Je mehr Pixel das Bild hat, desto mehr Informationen hat das Bild - und läßt sich bei mehr Informationen größer vergrößern, schärfer ausdrucken etc.
Die Grösse "Megapixel" errechnet sich aus Höhe mal Breite des Bildes:

Beispiel
Nikon D1, 2000 x 1312 Pixel, das sind 2000 x 1312 = 2.624.000 Pixel = 2.6 Megapixel.

Hat das Bild also eine Dateigröße von 2,6 MB ?
Nein, denn jedes Pixel kann noch eine aus 24 Bit = 16,7 Mio Farben annehmen,
24 Bit=3 Byte,
also 2.624.000 x 3 = 7.872.000 Informationen,
entspricht 7,8 MB Rohdaten.
Aber die Pixelmenge ist nicht alles ! Es kommt noch auf mehr an:

 Die CCD

Die CCD ist das bildaufnehmende Element der ganzen Kamera, und je mehr Pixel sie verarbeiten kann, desto größer ist die gespeicherte Bildinformation. Das läßt sich ungefähr so erklären wie die Anzahl der Tintentropfen bei einem Ausdruck: Je mehr es sind, desto besser der Schärfeeindruck.Die Anzahl der Pixel ist aber nicht alles. Auch die Größe der CCD-Fläche ist entscheidend. Während die CCD de Nikon D1 (2,7 MP) weniger Pixel verarbeitet als die der Coolpix 990 (3,3 MP), ist die CCD-Fläche mehr als dreimal so gross.
Dadurch ergibt sich ein grösserer Empfindlichkeitsbereich und bessere Qualität der Bilder. Eine CCD dieser Grösse hat natürlich auch ihren Preis.
Anm.: Der Preis der D1 ist 6x so hoch wie der der CP990.

Vergleich einer CCD aus D1 und Coolpix 950

 Das Objektiv

Daran hat sich auch im digitalen Fotozeitalter nichts geändert: Das Licht fällt durch das Objektiv auf die CCD /früher: auf den Film). Die Qualität des Objektives ist bei Vergleich zweier Digitalkameras weit bedeutender als die Pixelmenge, sofern es sich um annähernd gleich große Pixelmengen handelt. Natürlich leuchtet jedem ein, daß selbst eine -nehmen wir mal an- mit 4 Megapixel bestückte "Lomo"-"Kamera" und ihrem zweilinsigen Plastikobjektiv nie an die Bildqualität einer "nur" 2,7-Megapixel-CCD einer Nikon D1 mit mehrfach vergütetem geschliffenen Nikkor-Objektiv herankommen könnte.
Größere Sensoren mit höherer Pixelmenge erfordern aber auch bessere (feiner auflösende) Objektive - Profiobjektive schaffen zwischen 15-18 Megapixel an Auflösung.

 Die Kompression

Digitale Kameras sind heute üblicherweise in der Lage, Bilder im platzsparenden JPG-Format abzuspeichern -mit mehr oder weniger großen Qualitätsabstrichen-. Aus 8 MB Rohdaten lassen sich so Dateien mit 300 KB Größe machen. Das spart Speicherplatz - besser sind Aufnahmen im RAW Format, also unkomprimiert und besser für eine spätere Nachbearbeitung geeignet.
Hier kommt es aber auf den Algorithmus an, der zur Komprimierung verwendet wird - je weniger Verlust bei der Kompression der Bilddaten zu beklagen ist, desto besser. 
Profikameras, die RAW-Daten liefern, können also einzig eine größere Pixelmengen verarbeiten,

 Fazit

Mehr Pixel machen die Bilder nicht zwangsläufig besser. Grundsätzlich sind zwar mehr Pixel zu befürworten, allerdings nur bei ansonsten gleicher Qualität von CCD, Objektiv und Komprimierung.

 
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