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Nachtaufnahmen

Nachtaufnahmen benötigen eine lange Belichtungszeit, in der Regel im Bereich von 1/10 bis 10 Sekunden. Auf ein Stativ oder zumindest eine stabile Unterlage kann man daher kaum verzichten.

Das Hauptproblem bei Nachtaufnahmen ist neben der langen Belichtungszeit der extreme Kontrast zwischen sehr hellen Lichtquellen und dem tiefen Schwarz der Nacht, deshalb wird bei Nachtaufnahmen oft die HDR-Technik genutzt, um alle Details zu erhalten.

Insbesondere digitale Kameras stoßen bei hohen Kontrasten schnell an ihre Grenzen, und die Belichtungszeit und Blende müssen sehr sorgfältig gewählt werden. Es empfiehlt sich, mehrere unterschiedlich belichtete Aufnahmen zu erstellen, um später die beste auswählen oder gar mehrere zu einem Bild kombinieren zu können.

 

Die besten Nachtaufnahmen entstehen nicht bei völliger Dunkelheit, sondern kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang während der sogenannten blauen Stunde. Durch die dann schon oder noch vorhandene Beleuchtung wirkt die Szene wie eine Nachtaufnahme, aber durch das noch vorhandene restliche Licht der Dämmerung sind auch die sonst unbeleuchteten Motivteile sichtbar.

Bei Nachtaufnahmen ist der Schwarzschildeffekt zu beachten. Dies bedeutet vereinfacht, dass ab Belichtungen von ca. einer Sekunde die Belichtungsmessung von Kameras oder Belichtungsmessern nicht mehr richtig funktioniert, das heißt die Belichtungszeit muss manuell verlängert werden. Da es hierfür bisher kein zuverlässiges mathematisches Modell gibt, empfiehlt sich eine Belichtungsreihe mit unterschiedlichen Verlängerungsfaktoren. Als sehr grobe Faustregel kann man bei 10 Sekunden gemessener Zeit 15 Sekunden belichten, bei 60 Sekunden gemessener Zeit 120 Sekunden belichten. Der Grad der Verlängerung hängt stark vom verwendeten Filmmaterial ab.

Bei der Digitalfotografie tritt dieser Effekt nicht auf, da die verwendeten CCD-Chips bzw. CMOS-Bildsensoren nicht an Empfindlichkeit verlieren. Allerdings machen sich bei den Langzeitaufnahmen andere Effekte bemerkbar, z. B. Überstrahlungen („Ausfressen“) oder das Dunkelrauschen, das jedoch bei modernen Spiegelreflexkameras kaum noch ins Gewicht fällt.

Nachtaufnahmen erscheinen im fertigen Bild auf herkömmlichen Filmen wärmer, wenn kein manueller Weißabgleich durchgeführt wird. Dies liegt an der Farbtemperatur künstlicher Lichtquellen, die geringer als die der Sonne oder von Blitzlichtern ist. In gewissen Grenzen kann man dies in einer Bildbearbeitung ausgleichen.

Wenn die verwendete Kamera lange Belichtungszeiten zulässt, sind Nachtaufnahmen relativ problemlos möglich, sofern man ein Stativ verwendet oder die Kamera auf irgendeinen Gegenstand stellen kann. Hierbei empfiehlt es sich, den Selbstauslöser zu benutzen, weil man dann mit beiden Händen die Kamera festhalten kann.

Bei Nachtaufnahmen tritt oft der Effekt des Lichthofes auf. Dies bedeutet, dass Lichtquellen „überstrahlen“, also größer als in Wirklichkeit erscheinen. Das ist normal und kann fast nicht vermieden werden, stellt aber kein Manko dar.

 
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