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Makroaufnahmen

Nah- und Makroaufnahmen sind Aufnahmen, bei denen kleine Objekte in natürlicher Größe oder vergrößert dargestellt werden. Somit werden Details sichtbar, die beim normalen Betrachten der Szene verborgen bleiben. Sie entstehen dadurch, dass man die Kamera sehr nah an das Objekt heranführt, oft bis auf einen Abstand von wenigen Zentimetern. Die besten Makroaufnahmen entstehen mit speziellen Makroobjektiven, aber auch viele preiswerte Kameras oder Wechselobjektive haben einen Modus, bei dem sie auf sich sehr nah befindende Objekte fokussieren können.


 

Das Hauptproblem bei Makroaufnahmen ist, dass die Schärfentiefe durch die geringe Entfernung zum Objekt sehr eingeschränkt und deshalb außer bei Reproduktionen flacher Gegenstände das Einstellen einer besonders kleine Blende nötig ist. Diese kleine Blende sorgt jedoch wiederum dafür, dass nur wenig Licht auf den Film oder Sensor fällt, was längere Belichtungszeiten erforderlich macht. Insbesondere bei kleinen, lebenden Tieren sind aber längere Belichtungszeiten nicht möglich, da sonst Bewegungsunschärfen sichtbar wären. Häufig ist die einzige Lösung, ein oder mehrere Blitzgeräte zu verwenden, um trotz weitgehend geschlossener Blende ausreichend kurze Belichtungszeiten zu erreichen.

Die in viele Kameras fest eingebauten Blitzer sind in aller Regel für Nahaufnahmen nicht geeignet: Das frontale Licht führt zu störenden Reflexen und harten Schlagschatten, manche Geräte können ihre Leistung bei der kurzen Aufnahmeentfernung nicht ausreichend herunterregeln, so dass stark überbelichtete Aufnahmen entstehen. Überdies leuchten sie das Objekt wegen der Parallaxe zwischen Blitz und Objektiv oft unzureichend aus, weil sie schlicht daran vorbeiblitzen oder Abschattungen durch das Objektiv auftreten. Eine technisch optimale Ausleuchtung kann mit Ringblitzgeräten erreicht werden, allerdings sind diese nicht billig und schränken die Möglichkeiten zur Bildgestaltung mittels unterschiedlicher Lichtführung ein.

Nahaufnahmen von Motiven, die nicht weglaufen können, sind auch ohne aufwendige Blitztechnik möglich, erfordern aber in jedem Fall ein möglichst stabiles Stativ. Ein Fern- oder Drahtauslöser hilft, Verwackeln zu verhindern. Viele moderne Kameras verzichten leider auf einen Anschluss für dieses nützliche Zubehör, aber in vielen Fällen kann man sich durch die Verwendung des Selbstauslösers behelfen.

Ein weiteres Problem ist, dass durch die geringe Schärfentiefe selbst bei kleinster Blende nicht alle Motivteile scharf abgebildet werden können und deshalb der Fokuspunkt besonders sorgfältig gewählt werden muss. Autofokus-Mechanismen sind hier gelegentlich überfordert, so dass eine Kamera mit der Möglichkeit, wahlweise auch von Hand scharfzustellen, zu bevorzugen ist. Auch lässt die Allgemeinschärfe bei sehr kleinen Blendenöffnungen durch Beugungseffekte nach, so dass Nahaufnahmen häufig einen Kompromiss darstellen.

 
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