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Bildgestaltung mit Wechselobjektiven
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Bildgestaltung mit Wechselobjektiven
Einleitung
Normalobjektive
Weitwinkelobjektive
Teleobjektive
Zoomobjektive
Makroobjektive
Teleconverter
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Das Objektiv, das ein Abbild des Aufnahmegegenstandes auf den Film projiziert, ist der wichtigste Bestandteil der Kamera. Größe und Aussehen dieses Projektionsbildes können je nach verwendetem Objektiv sehr unterschiedlich sein. Und da sämtliche einäugigen Spiegelreflexkameras Wechseloptik haben, muß man als Fotograf die verschiedenen Objektive kennen.

Wozu Wechselobjektive...

Ein großer Vorteil von Spiegelreflexkameras ist die Möglichkeit, das verwendete Objektiv austauschen zu können. So kann man für jede Situation das optimale Objektiv einsetzen oder eines wählen, das sich universal für die meisten Gelegenheiten einsetzen lässt. Zur Verfügung stehen etwa echtes Weitwinkel, auf das man bei kompakten Kameras in der Regel verzichten muss. Ein Weitwinkel vergrößert den Bildausschnitt in alle Richtungen, so dass mehr Informationen aufs Foto passen. So lässt sich beispielsweise die gesamte Familie oder ein komplettes Kirchenschiff auf nur einem Bild ablichten.


Einleitung

Welchen Ausschnitt ein Objektiv von einem bestimmten Standpunkt aus erfaßt, hängt von seinem Bildwinkel ab. Dieser wird wiederum durch die Brennweite des Objektivs bestimmt, also dem Abstand zwischen dem optischen Mittelpunkt des Objektivs und der Filmebene bei Einstellung auf Unendlich. Die Brennweite in Millimetern ist in die Objektivfassung eingraviert, sie kennzeichnet die verschiedenen Objektive; man spricht z. B. von 28-mm-, 50-mm- oder 135-mm-Objektiven. Die gängigen Brennweiten liegen zwischen 18 mm und etwa 600 mm, aber für Spezialzwecke gibt es auch Objektive mit kürzeren und längeren Brennweiten.

Kurzbrennweitige Objektive projizieren einen größeren Ausschnitt auf den Film, als ihn das Auge beim Blick durch einen Rahmen von Suchergröße erfassen kann. Das ist möglich, weil die Linsen die einfallenden Lichtstrahlen stark brechen, so dass alle Objekte kleiner erscheinen als mit bloßem Auge. Kurzbrennweitige Objektive werden deshalb als Weitwinkelobjektive bezeichnet. Das extremste davon ist das sog. Fischaugen-Objektiv, das bizarre Verzeichnungen hervorruft, weil es einen außerordentlich breiten Ausschnitt auf das relativ kleine Filmformat zusammendrängt. Am anderen Ende der Skala befinden sich die langbrennweitigen Teleobjektive, in denen das einfallende Licht relativ schwach gebrochen wird, so daß wie in einem Fernrohr ein kleiner Ausschnitt vergrößert wiedergegeben wird.

Vom gleichen Standpunkt aus können Sie also mit verschiedenen Objektiven ganz verschiedene Ausschnitte erfassen. Mit einem Weitwinkel können Sie einen Menschen als Teil einer weiträumigen Landschaft abbilden, mit einem Tele die gleiche Person so nahe heranholen, dass der Kopf das ganze Bildformat füllt. Die enorme Flexibilität, die man durch Wechselobjektive erlangt, ist einer der großen Vorteile der Kleinbild-SLR. Ein ganzes Sortiment Wechselobjektive ist allerdings teuer und auch schwer. Eine Alternative bietet das Zoom- oder Varioobjektiv, dessen Brennweite verstellbar ist, so daß man zwischen vielen verschiedenen Ausschnitten und Abbildungsgrößen wählen kann, ohne das Objektiv oder den Standpunkt zu wechseln. Beachten Sie jedoch, dass hochwertige Zoomobjektive, besonders  solche mit großem Brennweitenbereich, ziemlich teuer sind und grundsätzlich eine geringere Lichtstärke haben als entsprechende festbrennweitige Objektive. Wegen ihrer aufwendigen Konstruktion sind sie außerdem schwerer als festbrennweitige Objektive und deshalb oft etwas unhandlich. 


Normalobjektive 

Einäugige Kleinbild-SLR-Kameras werden mit einem Objektiv von 50 mm (oder auch 55 mm) Brennweite geliefert, dem sog. Normalobjektiv. Viele Fotografen arbeiten nie mit anderer Brennweite und machen trotzdem sehr gute Bilder.

Aufnahmen mit Normalobjektiv zeichnen sich vor allem durch ihre natürliche Perspektive aus. Da Weitwinkelobjektive einen großen Ausschnitt erfassen, geben sie ferne Objekte im Verhältnis zu Objekten im Vordergrund scheinbar zu klein wieder, übertreiben also den perspektivischen Effekt der Größenabnahme zum Hintergrund hin. Teleobjektive verkürzen umgekehrt die scheinbaren Abstände zwischen verschieden weit entfernten Objekten. Das Normalobjektiv gibt dagegen die Motive in einer Perspektive wieder, die ungefähr dem Augeneindruck entspricht. In gewissem Sinne kann man also Aufnahmen mit Normalbrennweite als die objektivsten und natürlichsten bezeichnen; sie zeigen die Welt ungefähr so, wie wir sie sehen.

Preiswert und lichtstark

Da Normalobjektive in großen Serien gefertigt werden, sind sie relativ billig. Auch sind sie extrem vielseitig. Sie eignen sich für nahe und ferne Objekte und lassen sich auf Entfernungen von etwa 50 cm bis Unendlich scharfstellen. Und man kann sie darüber hinaus auch bei schlechten Lichtverhältnissen - oder mit kurzen Verschlußzeiten für Action-Aufnahmen - verwenden, weil sie eine hohe Lichtstärke haben: Anfangsöffnungen von 1,8 und 1,4 sind nicht ungewöhnlich. Gute Bilder mit dem Normalobjektiv zu machen, ist allerdings nicht ganz leicht. Da die Bilder keine Besonderheiten wie extreme Perspektive oder einen ungewöhnlichen Abbildungsmaßstab aufweisen, wirken sie leicht langweilig. Sorgfältige Ausschnittwahl und gute Bildgestaltung sind bei diesen Objektiven deshalb wichtiger als bei jeder anderen Brennweite.

 


Erweiterter Bildwinkel - Weitwinkelobjektive

Während ein Normalobjektiv die Motive etwa so abbildet, wie wir sie zu sehen gewohnt sind, erfaßt ein kurzbrennweitiges Objektiv einen viel größeren Ausschnitt. Das Normalobjektiv hat nur einen Bildwinkel von etwa 45°. Damit die Kamera „mehr sieht", muß sie mit einem Objektiv ausgestattet werden, das eine wesentlich kürzere Brennweite und somit einen größeren Bildwinkel hat - mit einem Weitwinkelobjektiv. Beim Kleinbildformat gelten Objektive mit Brennweiten von 35 mm und darunter als Weitwinkelobjektive, aber der Weitwinkeleffekt ist erst ab 28 mm wirklich ausgeprägt; viele Fotografen verwenden daher ein 35-mm-Objektiv als Normalobjektiv. Es gibt auch Weitwinkelobjektive mit Brennweiten unter 24 mm. Der extrem große Bildwinkel solcher Superweitwinkelobjektive führt allerdings auch zu perspektivischen Verzeichnungen, weshalb diese Objektive hauptsächlich für Spezialzwecke in Frage kommen. Besonders auffällig sind die Verzeichnungen bei Motiven mit geraden Linien, etwa bei Architekturaufnahmen.

In der Praxis brauchen Sie ein Weitwinkelobjektiv vor allem dann, wenn sich Ihr Motiv von Ihrem Standpunkt aus stark in die Breite dehnt. Wenn Sie beispielsweise Ihr Wohnzimmer so aufnehmen möchten, dass der größte Teil der Einrichtung zu sehen ist, werden Sie mit dem Normalobjektiv wahrscheinlich nicht weit genug zurückgehen können, um einen entsprechend großen Ausschnitt zu erfassen. Ein Weitwinkelobjektiv bildet dagegen die Objekte kleiner ab, so dass ein größerer Teil des Raumes aufs Bild kommt. Ebenso können Sie mit einem Weitwinkelobjektiv bei Aufnahmen im Freien Vordergrundobjekte an den Bildrändern einbeziehen, wie es bei der Aufnahme unten geschah. Damit läßt sich oft erreichen, dass der Betrachter ins Bild hineingezogen wird, wodurch Weitwinkelaufnahmen häufig eine sehr unmittelbare Wirkung bekommen.
Eine höchst willkommene Nebenerscheinung der kurzen Brennweite von Weitwinkelobjektiven ist es, dass die Schärfentiefe bei gleicher Blende wesentlich größer ist als beim Normalobjektiv. Deshalb eignen sich Weitwinkelobjektive auch gut für Aufnahmen bei schwachem Licht und in Situationen, in denen nicht genügend Zeit für eine sorgfältige Scharfeinstellung bleibt. Bei normalen Straßenszenen können Sie mit einem Weitwinkelobjektiv Aufnahmen machen, ohne sich um die Scharfeinstellung zu kümmern.


Verkleinerter Bildwinkel - Teleobjektive

Ferne Objekte, die im Sucher vielversprechend aussehen, ergeben oft enttäuschende Bilder, weil die attraktiven Einzelheiten, denen zuliebe der Fotograf die Aufnahme machte, nur ganz klein in der Mitte des Bildes zu sehen sind. Oft ist bei solchen Motiven Abhilfe möglich, indem man näher heran geht, aber wenn Sie beispielsweise bei einem Fußballspiel fotografieren, können Sie nicht einfach aufs Spielfeld laufen. Die Lösung bringt das Teleobjektiv. Ein solches Objektiv wirkt genau umgekehrt wie ein Weitwinkelobjektiv:

Anstatt einen größeren Ausschnitt zu zeigen als ein Normalobjektiv, erfasst es nur ein viel kleineres Bildfeld und gibt die Objekte vergrößert wieder.
Der Abbildungsmaßstab hängt von der Brennweite ab. Ein 100-mm-Tele hat eine doppelt so lange Brennweite und bildet deshalb alles etwa doppelt so groß ab wie ein Normalobjektiv. Der horizontale Bildwinkel ist dabei nur etwa halb so groß wie der des Normalobjektivs.
Die beliebtesten Teleobjektive besitzen Brennweiten zwischen 85 mm und 250 mm. Superteles mit wesentlich längeren Brennweiten holen zwar die Objekte noch näher heran, sind aber unhandlich und nicht so leicht scharfzustellen. Fernobjektive mit Brennweiten von 400 mm und darüber erfassen Einzelheiten, die mit bloßem Auge gar nicht mehr wahrzunehmen sind, können aber in der Regel nur zusammen mit einem Stativ verwendet werden.
Neben dem Vergrößerungseffekt haben alle Teleobjektive noch weitere Merkmale gemeinsam. Das auffälligste ist die scheinbare Verkürzung der Abstände zwischen unterschiedlich weit entfernten Objekten. Wenn Sie eine Reihe von Objekten betrachten, die in gleichen Abständen hintereinander angeordnet sind - z. B. Telegrafenmasten -, scheinen die Masten um so näher zusammenzurücken, je weiter sie von Ihnen entfernt sind. Fotografieren Sie nun dieses Motiv mit einem Tele, kommen nur die weiter entfernten Masten aufs Bild, das deshalb eine verflachte Perspektive aufweist.
Ein weiteres wichtiges Merkmal des Teleobjektivs ist die im Vergleich zum Normalobjektiv geringere Schärfentiefe. Dadurch wird bei Einstellung auf ein nahes Objekt der Hintergrund unscharf - eine willkommene Möglichkeit zur „selektiven Scharfeinstellung" auf den wichtigsten Bildgegenstand. Porträtaufnahmen mit einem Teleobjektiv sind aus diesem Grunde oft sehr wirkungsvoll.


Zooms - Eine echte Alternative ?

Zoomobjektive können eine kosten- und gewichtssparende Alternative zu einem ganzen Satz von Festbrennweiten sein. Im Gegensatz zu einem festbrennweitigen Objektiv (z.B. 50 mm) deckt ein Zoom einen ganzen Brennweitenbereich –und damit Bildwinkel- ab (z.B. 35-80 mm oder 80-200 mm).

Zoomobjektive sind besonders dann vorteilhaft, wenn keine Zeit für häufige Objektivwechsel ist, oder das Kriterium der Gewichtsersparnis im Vordergrund steht, z.B. auf Wanderungen.

Das Verändern der Brennweite, das „Zoomen“, verändert nur den Bildausschnitt, aber nicht die Bildperspektive. Die bequeme Handhabung kann ungeübte Fotografen leicht zur Vernachlässigung der Bildgestaltung verleiten.

Lichtstärke und Bildqualität

Diesen Vorteilen stehen aber auch Nachteile gegenüber: Die geringe Lichtstärke vieler Zoomobjektive schränkt ihre Gebrauchstüchtigkeit unter schlechten Lichtverhältnissen ein, außerdem ist im Amateursektor die Bildqualität von Zoomobjektiven gegenüber Festbrennweiten deutlich unterlegen.

Amateursegment
Zoomobjektive im Amateursegment finden sich oft als Bundle-Lösung, bei der Kamera und Zoom als ein Paket angeboten werden – oft auch mit einem Zoomobjektiv eines Fremdherstellers. Im Bereich der lichtschwachen Billigzooms ist von einem Kauf dringend abzuraten, weil weder die mechanische Qualität der Fassung noch die optische Qualität dieser Plastikbomber überzeugt, die in ihrer Abbildungsleistung am ehesten Flaschenböden gleichkommen.

Profisegment
Teure Zooms aus dem Profisegment dagegen lassen in puncto Lichtstärke und Qualität keine Wünsche offen und sind Festbrennweiten ebenbürtig, zum Beispiel das Nikon AF-S VR 4.0/200-400mm.
Dieser Brennweitenbereich deckt die meisten Situationen im Profisport ab und macht einen Objektivwechsel oder das Mitführen mehrerer Kameragehäuse für Sportfotografen unnötig.

Bauweise:

Nach der Bauweise lassen sich Dreh- und Schiebezooms unterscheiden:

Schiebezooms:
bei diesen wird die Brennweite durch das Schieben des Schärfeeinstellrings parallel zur optischen Achse (also vor und zurück), erreicht.
Gleichzeitiges Zoomen und manuelles Scharfstellen erfordert eine gewisse Übung.
Drehzooms:
Durch einen zusätzlichen Drehring am Objektiv wird die Brennweite eingestellt. Diese Art des Zoomens ist langsamer, aber dafür exakter.

Bei Verwendung auf Stativ und Neigung nach oben oder unten kann der Zoomring des Drehzooms nicht verrutschen – bei Schiebezooms schon.

 


Makroobjektive

Im Gegensatz zu normalen Objektiven erlauben Makroobjektive Abbildungsmaßstäbe von bis zu 1:1 oder mehr. Ein Makroobjektiv ist speziell für Aufnahmen mit geringem Objektabstand konzipiert.

Makroobjektive besitzen meist eine schwächere Lichtstärke als Objektive vergleichbarer Brennweite. Dies reduziert die Bildfehler und erhöht die ohnehin geringe Schärfentiefe bei starken Vergrößerungen.
Ein Makroobjektiv ist für beste Abbildungsleistung bei kleinen Objektentfernungen konstruiert und entsprechend korrigiert.

Die echte Makrofähigkeit erhalten solche Objektive durch einen kleinen Aufnahmeabstand, indem der Schneckengang sehr lang ausfällt und somit auch auf sehr nahe Motive scharfgestellt werden kann.

 

 


Teleconverter

Bei Telekonvertern handelt es sich nicht um ein Objektiv, sondern um ein zusätzliches Glaselement für das vorhandene Teleobjektiv . Telekonverter werden zur Brennweitenverlängerung* von Teleobjektiven genutzt.
Dafür wird der Telekonverter zwischen Kamera und Objektiv geschraubt. Die Informationen für Autofokus, Blendensteuerung usw werden bei modernen Konvertern übertragen.

Telekonverter gibt es üblicherweise mit dem Faktor 2, auch sind Faktoren von 1,4 oder 1,7 gebräuchlich. Die Brennweite des vorhandenen Objektivs wird somit mit dem Faktor des Konverters multipliziert.
Ein 2x-Konverter macht so aus einem 200mm-Tele ein 400mm-Tele.
Mit dieser Vergrößerung der Brennweite mit dem Faktor 2 geht eine Verschlechterung der Lichtstärke um 2 Blendenstufen einher. Durch die zusätzlichen Glaselemente des Konverters entsteht nämlich ein Lichtverlust.

1,4x-Konverter vergrößern die Brennweite auf das 1,4-fache und haben 1 Blende Lichtverlust zur Folge.
So sind Teleconverter eine platz-, gewichts- und kostensparende Alternative zu teuren Teleobjektiven. Grundsätzlich sollten Telekonverter nur für Teleobjektive eingesetzt werden.
Beim Kauf eines Konverters sollte einem Markenmodell des Kameraherstellers der Vorzug gegeben werden, da billige Telekonverter zu starken Einbußen bei der Bildqualität neigen.
 

 

 

 
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