Vorbemerkung:
Für alle folgenden Einstellungen wird die Verwendung einer D1 mit einem
Nikkor des Typs "D" angenommen, Kamera eingestellt auf
Matrixmessung. Objektive ohne "D" beherrschen nicht die
Übermittlung der Entfernungsinformationen zur Kamera und bieten dadurch
nicht den vollen Leistungsumfang, den das SB-28DX und die D1 bieten.
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Der Buchtipp
zum Thema |
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Nikon SB-28
mit SB-26
Alles was man wissen muss, um die vielfältigen Funktionen dieser Blitzgeräte
ausschöpfen zu können.
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Die Kombination aus Nikon D1 und dem
speziell für diese Kamera entwickelten Blitzgerät SB-28DX hat vielen
Fotografen die Welt der
Blitzlichtfotografie mit Digitalkameras eröffnet.
Da einige Eigenschaften einer Digitalkamera sich von denen einer herkömmlichen
Spiegelreflexkamera stark unterscheiden – hier ist insbesondere die
Empfindlichkeit der CCD und die damit verbundene minimale
Belichtungsverzögerung sowie die Blitzsteuerung zu nennen–, sollten
sich D1-Anwender mit den Besonderheiten bei Digitalkameras vertraut
machen, um mit dem Blitzgerät SB-28DX in jeder Situation optimale
Ergebnisse zu erzielen.
Wann der Einsatz des Blitzgeräts
sinnvoll ist
Es ist erstaunlich, in wie vielen
Situationen sich ein Blitzgerät als nützlich erweist. Ein Beispiel:
Wie viele Fotografen wissen, erhalten Außenaufnahmen bei hellem
Sonnenlicht einen sehr weiten Tonumfang zwischen den im Schatten
liegenden Partien (z.B. die Konturen eines Gesichts) und den Bereichen,
die der direkten Sonne ausgesetzt sind (z.B. eine Stirn oder Handfläche),
das Bild bekommt also einen hohen Kontrast. Ohne den Einsatz eines
Blitzgeräts würde der weitgespreizte Tonwertumfang zu sehr harten
Kontrasten führen, die sich nur schwer drucken lassen. Mit
zugeschaltetem Blitz und den unten beschriebenen Techniken lässt sich
eine ausgewogenere Ausleuchtung des Motivs erreichen, die eine bessere
Balance zwischen hellen und dunklen Bereichen schafft, ohne die Stimmung
der natürlichen Beleuchtung zunichte zu machen.
[D-TTL
matrix] Ausgewogenes
Verhältnis zwischen Umgebungslicht und Blitzlicht

matrixgesteuerter Aufhellblitz
(nur mit D-Obj.)
Das menschliche Auge kann sich auf sehr
unterschiedliche Helligkeiten einstellen. Der Sensor einer Digitalkamera
ist in dieser Hinsicht jedoch weitaus weniger flexibel. Vor allem in
Situationen, in denen die vorherrschende Beleuchtung harte Schatten
erzeugt, sind korrigierende Maßnahmen des Fotografen gefordert.
Kritische Beleuchtungssituationen sind beispielsweise bei direkter
Sonneneinstrahlung, der Beleuchtung durch Scheinwerfer oder bei
Tageslichteinfall durch ein Fenster in einen dunklen Raum gegeben – Fälle,
in denen das Motiv meist nur von einer Seite beleuchtet wird. Es sind
nicht nur die großflächigen, auffälligen Schattenbereiche, sondern
auch die kleinen Schattenpartien, die Probleme bereiten können. In der
Portraitfotografie beispielsweise können bereits subtile Schatten auf
einem Gesicht harte Kontraste hervorrufen. Die Positionierung eines
Reflektors in der Nähe des Motivs ist eine ausgezeichnete Möglichkeit,
tiefe Schatten durch Streulicht aufzuhellen. Diese Lösung kommt jedoch
in Situationen, in denen der Fotograf allein arbeitet oder in denen er
keinen Einfluss auf Bewegungen etc. des Motivs hat, nicht in Frage.
Nikon empfiehlt in solchen Situationen die zusätzliche Ausleuchtung mit
Blitzlicht. Aktivieren Sie dazu an der D1 den
3D-Multisensor-Aufhellblitz, und wählen Sie am Blitzgerät die
Einstellung »D-TTL mit Aufhellblitz«. Mit dieser Einstellung
misst die Kamera nicht nur die Helligkeit des Motivs (und zieht in die
Belichtungsmessung auch die Entfernung ein), sondern berücksichtigt
auch die Helligkeit des Hintergrunds. Blitz und Belichtung werden so
aufeinander abgestimmt, dass nur das Motiv im Vordergrund aufgehellt
wird. Die D1 muß auf Integral- oder Matrixmessung stehen.
Diese Blitzmethode wird in 90% aller
Fälle gute Ergebnisse liefern, insbesondere im Freien oder bei
ausreichendem Umgebungslicht.
Hier ein paar Beispiele für problematische Fälle:
- Bei einem sehr dunklen Hintergrund
(beispielsweise bei einem Motiv in einem sehr großen, leeren Raum)
und bei einem sehr hellen Hintergrund (beispielsweise bei
Glasfassaden oder Eisflächen – Stichwort: Eishockeyspiel oder
Schlittschuhlaufbahn) kann es bei der komplexen Belichtungsmessung
und der Steuerung des Aufhellblitzes zu Fehlinterpretationen der
Motivhelligkeit kommen, durch die die Aufnahme über- oder
unterbelichtet wird.
- Beim Fotografieren mit einem
Weitwinkelobjektiv (Objektive mit einer Brennweite unter 35 mm) können
starke Lichtquellen oder extrem dunkle Bereiche die
Belichtungsmessung stören.
- Die Belichtungsmessung kann bei
Motiven, die nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Bildfeldes
einnehmen, fehlerhafte Ergebnisse liefern.
Diese Fälle stellen hohe Anforderungen
an das Zusammenspiel von Kamera und Blitzsystem. Dennoch lässt sich
durch geeignete Aufnahmetechniken eine ausgewogene Ausleuchtung der
Szene erreichen. Der Aufhellblitz kann in allen Belichtungsmodi und
sowohl bei normaler Synchronisation als auch bei der Synchronisation auf
den ersten Verschlussvorhang genutzt werden.
[D-TTL]
Einsatz des Aufhellblitzes zur Reduzierung einer Mischbeleuchtung

TTL-Automatik mit 3D-Messung (nur
mit D-Obj.)
Eine der mit der Digitalfotografie neu
eingeführten Funktionen ist der Weißabgleich. Traditionell standen dem
Fotografen unterschiedliche Filmsorten (Tageslichtfilm, Kunstlichtfilm)
oder Farbfilter (z.B. für Leuchtstofflampen) zur Verfügung, um
Farbstiche auszugleichen, die durch die Farbe einer speziellen
Lichtquelle entstehen. Der automatische oder manuelle Weißabgleich
einer Digitalkamera kann solche Farbverschiebungen für jede Aufnahme
individuell korrigieren. Der Zuverlässigkeit des Weißabgleichs sind
jedoch Grenzen gesetzt, und zwar wird es in den Fällen problematisch,
in denen ein Motiv von Lichtquellen mit unterschiedlichen
Farbtemperaturen gleichzeitig beleuchtet wird. Als Beispiel ist eine
Gruppenaufnahme oder auch ein Einzelportrait in einem Innenraum mit künstlicher
Beleuchtung denkbar, in den zusätzlich Tageslicht oder direktes
Sonnenlicht durchs Fenster fällt (Tageslicht und Kunstlicht haben
unterschiedliche Farbtemperaturen). Noch komplizierter wird es, wenn die
unterschiedlichen Lichtarten zusätzlich von farbigen Flächen wie getönten
Wänden oder farbigen Fuß- und Teppichböden reflektiert werden. In
solchen Situationen können Sie die negativen Effekte der
Mischbeleuchtung durch die Dominanz eines Aufhellblitzes stark
reduzieren.
Wenn sich das Motiv jedoch deutlich vom
Hintergrund abheben soll, wählen Sie am SB-28DX nur die Einstellung »D-TTL«
anstelle von »D-TTL mit Aufhellblitz«.
In dieser Einstellung geht die Kamerasteuerung davon aus, dass das Motiv
hauptsächlich und mit ausreichender Leistung vom Blitzgerät
ausgeleuchtet wird. Vor dem Auslösen des Hauptblitzes sendet das
Blitzgerät eine Reihe von Messblitzen aus, die vom grauen
Verschlussvorhang in der Kamera auf den TTL-Blitzsensor reflektiert
werden. Der Sensor nimmt eine mittenbetonte Messung vor. Sobald sich der
Verschlussvorhang öffnet, löst der Hauptblitz aus. Die abgegebene
Lichtmenge ergibt sich aus den bei der vorangegangenen Messblitzreihe
ermittelten Belichtungswerten. Das Blitzlicht stellt in diesem Fall
die Hauptlichtquelle für die Ausleuchtung des Motivs dar und verringert
den Anteil des Umgebungslichts deutlich. Fotografen, die bisher mit
filmbasierten Spiegelreflexkameras fotografiert haben, werden den feinen
Unterschied bei den D1-Aufnahmen bemerken: Bei der D1 wird die
Blitzleistung nicht wie bei filmbasierten Kameras noch während der
Belichtung gemessen. Bei einer filmbasierten Spiegelreflexkamera
reflektiert das Filmmaterial während der Belichtungszeit noch so viel
Licht, dass der TTL-Sensor in der Kamera daraus Rückschlüsse auf die nötige
Blitzleistung ziehen und das Blitzgerät notfalls nachkorrigieren kann.
Diese zusätzliche Messmöglichkeit fehlt bei Digitalkameras, da der
CCD-Sensor nicht annähernd so gute Reflexionseigenschaften besitzt wie
Kleinbildfilm. Aus diesem Grund und weil der Aufnahmezeitpunkt aufgrund
der Latenz des CCD-Sensors gegenüber einer
Kleinbild-Spiegelreflexkamera leicht verzögert ist, darf ein Fotograf
bei einer digital erfassten D-TTL-Blitzlichtaufnahme nicht dieselbe
Exaktheit erwarten wie bei der TTL-Aufnahme einer filmbasierten Kamera.
Nun ja, das ist Teil der digitalen Herausforderung...
Der TTL-Modus eignet sich für Makro- und
Innenaufnahmen, bei denen das Blitzlicht die vorherrschende Lichtquelle
darstellt. Sie können den TTL-Modus auch für »kreative« Aufnahmen
nutzen, etwa für Portraitaufnahmen bei Nacht, bei denen der
Aufhellblitz keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen würde.
Bitte beachten Sie, dass auch der
D-TTL-Modus mit einer Vorblitzmessung arbeitet. Beide Modi, TTL und
D-TTL, können nicht zur Ansteuerung von Slave-Blitzgeräten genutzt
werden, da die Messblitze die Slave-Blitzgeräte zu früh auslösen würden.
[A]
Indirektes Blitzen - für Portraits das Richtige

Einfache Automatik ohne TTL
Wenn das Blitzgerät direkt auf das Motiv
gerichtet wird, können unschöne Schatten entstehen, insbesondere bei
geringem Abstand zwischen Motiv und Hintergrund. Richten Sie den
Reflektor des Blitzgeräts gegen die Decke, um eine gleichmäßigere
Ausleuchtung zu erhalten. Durch das indirekte Blitzen wird das Licht
weiter gestreut. Sie sollten dabei jedoch beachten, dass Farbstiche
auftreten können, wenn die Flächen, von denen das Blitzlicht
reflektiert wird, farbig sind (z.B. farbiger Deckenanstrich). Die
Gesamtfarbtemperatur der Beleuchtung hängt auch von den Farben der
reflektierenden Flächen wie Wände und Decken ab, deshalb erfordert die
Einstellung für den Weißabgleich Ihre besondere Aufmerksamkeit. Schon
durch geringfügiges Schwenken der Kamera kann sich die
Gesamtfarbtemperatur der Szene verändern. Die Kamera verfügt über
mehrere Weißabgleichsfunktionen – Manuell (wählbar über das vordere
Einstellrad), Automatik (»A«) und Voreinstellung (»PRE«) –, mit
denen Sie die »Farbwahrnehmung« der Kamera stets an eine bestimmte
Beleuchtungssituation anpassen können.
Achtung: Je weiter die Decke entfernt
ist, desto mehr Blitzleistung wird benötigt.
In Einstellung [A] mißt der Blitz durch das Messauge, und nicht die
Kamera durch das Objektiv !
Bitte beachten Sie, dass die TTL-Messung
automatisch deaktiviert wird, sobald Sie den Reflektor des Blitzgeräts
neigen. Stellen Sie das Blitzgerät in diesem Fall auf die Betriebsart
»A« ein, und ermitteln Sie die richtige Lichtmenge auf traditionelle
Weise anhand der Skala auf der Rückseite des Blitzgeräts.
[M-FP]
Kurzzeitsynchronisation: Ausleuchten eines Vordergrundmotivs bei sehr
heller Beleuchtung

Kurzzeitsynchronisation FP
Wozu blitzen, wenn es schon so hell ist ?
Es gibt Situationen, in denen Sie mit einer großen Blendenöffnung
gezielt die Schärfentiefe reduzieren wollen, damit sich das Motiv
(scharf) besser vom Hintergrund (unscharf) abhebt. Wenn in einer solchen
Situation die vorherrschende Beleuchtung für kleine Blenden vollkommen
ausreicht, erübrigt sich der Einsatz des Blitzgeräts – Sie können
das Motiv dann nicht mit dem Aufhellblitz aufhellen. Genau das ist aber
oft erwünscht: Der Einsatz des Aufhellblitzes bei reduzierter Schärfentiefe
– trotz ausreichenden Umgebungslichts. Einen Ausweg aus diesem Dilemma
bietet die FP-Kurzzeitsynchronisation.
Bei aktivierter
FP-Kurzzeitsynchronisation löst das Blitzgerät nicht einen einzigen
Blitz aus, sondern mehrere kurze Einzelblitze in sehr schneller Folge,
ähnlich wie bei einem Stroboskop (ja das sind die Dinger aus der Disco).
Bei einer konventionellen filmbasierenden Spiegelreflexkamera beginnt
die Blitzsequenz mit dem Öffnen des ersten Verschlussvorhangs und endet
mit dem Schließen des zweiten. Da sich der Schlitzverschluss bei
Verschlüssen mit zwei Vorhängen mit hoher Geschwindigkeit über das
Filmfenster bewegt, ist eine korrekte Belichtung gewährleistet. Obwohl
eine Digitalkamera ohne zweiten Verschlussvorhang auskommt (die
Belichtungszeit wird durch Abschalten des Sensors beendet), kann die
FP-Kurzzeitsynchronisation auch bei Digitalkameras genutzt werden. Die
Blitzleistung (Leitzahl) lässt sich dann ganz einfach durch Anpassen
der Belichtungszeit steuern: Stellen Sie die Kamera auf manuelle
Belichtungssteuerung, und verringern Sie die Belichtungszeit mit dem
hinteren Einstellrad auf einen Wert, der kürzer als die normale
Synchronzeit von 1/500 s ist. Die richtige Blitzleistung ist gegeben,
wenn die Blitzreichweite mit der am Objektiv eingestellten Entfernung
zum Motiv übereinstimmt.
Bitte beachten Sie: Bei aktivierter
FP-Kurzzeitsynchronisation beträgt die kürzeste Belichtungszeit für
die D1 1/8000 s - Weltrekord !
Fragen
Die
Kombinationen <D-1/SB-28DX> und <Filmkamera/SB-28>
nutzen unterschiedliche Methoden, um das gleiche Resultat zu erzielen.
Unter normalen Bedingungen wird das Blitzbelichtungsergebnis identisch
sein. Da jedoch unterschiedliche Wege gewählt werden um die
Blitzleistung zu bestimmen, kann es in besonderen Fällen zu
Unterschieden kommen - positiv wie auch negativ.
TTL
bedeutet eine Messung Through-The-Lens, also
durch das Objektiv.
TTL steht zur Verfügung, wenn der SB-28DX mit der D-1 verwendet wird.
Die Blitzfunktion arbeitet auf gleiche Weisewie bei einer F100/F5,
jedoch besteht keine Kontrolle während des Haupt-Blitzes, da die CCD
Zelle nicht genügend Licht reflektiert um eine Auswertung
vorzunehmen. Die Blitzleistung wird hier ausschließlich über die
Auswertung der Vorblitze festgelegt. TTL bei der D1 ist also
eigentlich eine TTL-Simulation mittels dieser Vorblitze.
D-TTL
ist eine Weiterentwicklung von TTL und ist nur mit D-Objekticven
nutzbar.
Hierbei werden vom Objektiv noch Entfernungsinformationen zur Kamera
geliefert, wodurch es insbesondere bei Aufhellsituationen seine
Vorzüge ausspielt.
Der
SB28 (3D-TTL) generiert keine Vorblitze, wenn der Blitzkopf aus seiner
Standardposition verändert wird. In diesem Fall wird die
Blitzleistung während des Hauptblitzes über die Reflexion der
Filmoberfläche gesteuert.
Der
SB-28DX (D-TTL) generiert Vorblitze auch in dem Falle, wenn der
Blitzkopf aus seiner Standardposition verändert (geneigt oder
geschwenkt) wird, da eine Messung der Reflexion von der CCD nicht möglich
ist (siehe oben). Durch diese unterschiedliche Methode können sich
leichte Unterschiede in den Blitzbelichtungsergebnissen zwischen
SB-28 und SB-28DX ergeben.
Nein.
Der SB28-DX erkennt automatisch, wenn er an der D-1 verwendet wird und
schaltet auf den D-TTL Modus. .