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Erfahrungsbericht zur
Nikon F5
© by
Andreas Volz
Diese Seite enthält einen
Erfahrungsbericht zur F5, die Verwendung (auch älterer)
Objektive, die Stromversorgung (insbesondere mit NiMH Akku MN30)
und Vergleiche zum Vorgänger F4 sowie repräsentative Ergebnisse
aus den Fragebogen-Antworten der Homepage.
Anfang 1998 kaufte ich mir die
Nikon F5 - aus verschiedenen Gründen. Ich besaß eine Nikon F4,
mit der ich bis auf wenige Punkte sehr zufrieden war, denn diese
legendäre Kamera bot schon einiges, aber war Baujahr 1988 und
eben nicht mehr sooo Stand der Technik. Was mich an der F4
störte, war insbesondere die nicht gerade üppige
AF-Geschwindigkeit, wenn man sie insbesondere mit einer Canon
EOS-1 verglich. Dazu kamen manche Kleinigkeiten wie der
einrastende Blitzfuß, den es bei der F90 bereits gab, die 5
AF-Sensoren und mehr.
Nun hielt ich also diese Weltrekordsmaschine in Händen - aber
was bringt all die Technik in der Praxis ?
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Der Autofocus (AF)
Bei einem ersten Blick auf die F5 fällt dem
Nikon-Kenner zuerst der AF-Wahlschalter an der Kamerarückseite
auf. Er dient zum Umschalten der fünf AF-Sensoren, die sich auch
zu einem großen AF-Kreuzsensor zusammenschalten lassen. Diese
Möglichkeit des dynamischen Focustrackings ist besonders bei der
Sportfotografie interressant - und man kann ohne Übertreibung
behaupten: Der F5 entgeht nichts ! Gerade bei bewegten Objekten -
ob es ein Kind auf der Schaukel ist oder ein Fußballer, der aus
der Schärfe rennt- zieht die F5 im Tracking Modus die Schärfe
immer kontinuierlich nach und berechnet die Bewegung im voraus
(!), sodaß das Objekt zum Zeitpunkt der Auslösung immer
gestochen scharf auf Film gebannt wird; und das bei 8 Bildern pro
Sekunde. Ich habe unter Verwendung selbst langbrennweitiger
Objektive wie dem 2.8/300 immer beste Ergebnisse bekommen; die F5
war zu jedem Zeitpunkt "Herr der Lage".
Die F5 bringt eine Geschwindigkeit und Präzision jenseits
mesnchlichen Vermögens.
Ich habe den AF meist auf den zentralen Sensor eingestellt und
ihn dort mittels der LOCK-Funktion verriegelt, denn eine
Schärfemessung auf den Bildmittelpunkt ergibt in 95% der Fälle
zunächst die gewünschte Schärfe. Wenn sich das Motiv auf der
späteren Aufnahme nicht im Bildmittelpunkt befinden soll, läßt
sich die Schärfe mittels halb gedrücktem Auslöser speichern
und der Ausschnitt so leicht neu wählen.
Die beiden AF-Starttasten benutze ich eigentlich nie.
Dies
ist ein Beispiel für die unglaublichen
Scharfstellungseigenschaften der Nikon F5.
Die Bilder entstanden in Motor-Einstellung S gleich
hintereinander in einem Abstand von ca. 1,5 sec.
Die Brennweite wurde zwischen den beiden Bildern von 80
auf 200 gezoomt.
Der AF führt die Schärfe im Sucher kontinuierlich nach
und berechnet die Schärfe zum Zeitpunkt der Auslösung
in einem
Millisekundenbruchteil im Voraus vor und stellt das
Objektiv entsprechend ein.
Selbst für erfahrene Fotografen scheint das völlig
unglaublich.
Nikon F5, Nikkor
2.8/80-200 mm ED |
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| Bild 1 |
Bild 2 |
Die Bedienung - ein Traum
Die Bedienung ist intuitiv - alles sitzt am richtigen
Fleck.
Während bei der F4 alle relevanten Belichtungsdaten über
verschiedene Räder eingestellt wurden, gibt es bei der F5 noch
zwei zentrale Einstellräder, die jede Veränderung sofort auf
dem oberen Display sowie im Sucher anzeigen. So werden Zeit und
Blende und Belichtungskorrekturen (±5 EV) in Drittelstufen (!)
geändert. Wünschenswert wäre hier noch eine Wählbarkeit
zwischen Drittel-, Halb- und Ganzstufenverstellung - kommt
vielleicht bei der F6 :-)
Zunächst stand ich dem Display, welches die kompletten
Informationen anzeigt, etwas skeptisch gegenüber, aber da fast
alle Infos auch in den Sucher gegeben werden, hat man stets die
volle Information zur Hand. Das Sucherdisplay ist übrigens
permanent beleuchtet, während das obere und hintere Display
wahlweise beleuchtet werden können. Die Leuchtdauer bzw.
Anzeigedauer kann per Sonderfunktion auf bis zu 32 Sek. nach
Antippen des Auslösers eingestellt werden, das habe ich auch
gemacht !
Der eingebaute Motorantrieb
8 Bilder pro Sekunde - Weltrekord.
Aber wann braucht man das schon ? Normalerweise habe ich den
Filmtransportschalter auf "S", d.h.
Einzelbildschaltung. Bei Sportereignissen stelle ich ihn auf CL
(3, 4 oder 5 B/s) oder CH (8 B/s), was aber in der
Praxis meist schon zu schnell ist und nur mit sehr kurzen
Verschlußzeiten sowie Verwendung des optionalen Akkus MN-30
möglich ist. Eine motorische Filmrückspulung in nur 4 Sekunden
ist da schon sinnvoller, die Zeit braucht man schon, um eine neue
Filmschachtel aufzureißen und den Film zu entnehmen, meist ist
die F5 vorher mit dem Rückspulvorgang fertig ;-)
Durch den
starken Motorantrieb mit bis zu 8 B/s
darf man behaupten: Nichts entgeht der F5.
Durch Point-and-shoot
bekommt man schon
auf Anhieb befriedigende Ergebnisse.
Nikkor 2,8/300mm ED mit
TC-301
somit 600 mm effektive Brennweite
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Die Stromversorgung
Um es gleich vorwegzunehmen: Die F5 ist ein
Stromfresser.
Betrieben mit normalen Batterien habe ich sie nur mal testweise,
und daran hat man sicher nicht lange Freude...
Die F5 wird ausgeliefert mit 8 speziellen High Energy
Lithium-Ionen-Batterien, welche in dem Batteriehalter im unteren
Teil der Kamera Platz finden. Einzig mit diesen
Batterien ist es möglich, annähernd den Filmtransport von 8 B/s
und die motorische Rückwicklung eines 36er Films in 4 Sekunden
zu bewerkstelligen. Aber diese Batterien halten nicht ewig und
der ambitionierte Fotograf braucht eine andere Lösung, als
ständig neue Batterien dieses teuren Typs zu kaufen...
Ich betreibe die F5 mit dem optional erhältlichen Akkupack MN-30
und Nikon Ladegerät MH-30. Diese Kombination ist mit 850 DM zwar
nicht gerade billig, aber auf lange Sicht bietet dieses
Kraftpaket doch folgende Vorteile:
- nur mit dem Akku läßt sich
die maximale Bildfrequenz erzielen
- nur mit dem Akku erzielt man
die schnelle Rückspulung
- der AF wird schneller
- der Akku hält relativ lange
( lt. Nikon-Angaben ca. 100 Filme bei 20°C)
- der Akku hat keinen Memory
Effekt wie der NiCd Akku beispielsweise der F3, sondern
läßt sich auch teilentladen wieder auf die volle
Kapazität bringen
- für eine Vollladung wird ca.
1 Stunde benötigt
Meine Erfahrungen bezüglich der
Nennleistung von 100 Filmen pro Akkupack sind deutlich tiefer.
Bei mir reicht ein Akkupack ca. 25-30 Filme.
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Objektive
Als Objektive benutze ich D-Objektive neueren Typs sowie
ältere AF-Nikkore ohne "D". Die D-Objektive bieten den
Vorteil, daß außer den herkömmlichen Belichtungsdaten auch
eine Distanzinformation zur Kamera übermittelt wird, wodurch
beispielsweise das Blitzen in vollendeter
3D-Matrix-Color-Aufhellblitzautomatik nöglich wird. Nie zuvor
habe ich so ausgewogen belichtete Blizbilder bekommen wie mit der
F5 in Verbindung mit dem SB-26 und einem D-Objektiv. Generell
lassen sich alle jemals gebauten Nikkore, ob mit oder ohne D, mit
oder ohne AF, mit oder ohne AI(S) anschließen, die
Kompatibilität klappt problemlos. Selbstverständlich läßt
sich der Autofokus mit einem manuellen Objektiv nicht nutzen -
die Belichtungsautomatiken funktionieren aber in fast allen
Fällen einwandfrei.
Vergleich zur F4 / F90X
Die F5 ist der etwas betagteren F4, die es gebraucht für ca.
1900-2100 DM im Handel gibt, in allen Aufgabenstellungen
überlegen. Für Fotografen, die nicht das absolute Optimum an
Technik brauchen oder wollen oder den hohen Preis der F5 scheuen,
ist eine Nikon F4E (2300 DM) sicher eine gute Alternative. Sie
bietet das Motorteil MB-23 und macht auch 6 B/s mit vielen
Funktionen, die die F5 bietet. Als augenfälligstes
Unterscheidungsmerkmal sei hier noch mal die AF-Geschwindigkeit
sowie die AF-Sensoren und die 3D-Messung genannt.
Von der Technik etwas moderner als die F4 ist die F90X, die auch
gerne "kleine F5" genannt wird. Sie bietet zwei
AF-Sensoren (einen großen und einen kleinen) und von der
Motorleistung abgesehen fast alle Funktionen der F5,
einschließlich der ausgeklügelten Blitzautomatiken. Für
F5-Besitzer ist sie die ideale Zweitkamera ! Das Batterieteil der
F90 ist abnehmbar und macht die Kamera so im Gegensatz zur F5
bedeutend leichter. (Aber die Resultate der F5 entschädigen mich
für das das Gewicht)
Fragebogen-Ergebnisse
Ich weiß aus den Ergebnissen der Fragebogen (siehe Homepage),
daß die meisten F5-Benutzer (ca. 90%) Berufsfotografen sind. Sie
sind zwischen 30 und 45 Jahre alt und benutzen als Objektive
meist die ganze Palette vom 20mm bis in den hohen Telebereich,
jeweils in der lichstärksten Ausführung. In der Regel wird mit
Diafilm oder S/W Film gearbeitet, häufigste Motive sind
Landschaft und Auftragsarbeiten wie Reportagen.
Fazit
Keine andere Kamera
auf Erden kann mit der F5 mithalten. Die Neuerungen in Elektronik
und Motorentwicklung bringen in der Praxis, um es ganz einfach
auszudrücken, ganz einfach bessere Bildresultate und weniger
Ausschuß. Wer die Investition von fast 4500 DM für lediglich
das Kameragehäuse ohne Akku und ohne Objektive nicht scheut und
Spaß am Fotografieren hat bzw. aus beruflichen Gründen Wert auf
Höchstleistungen legen muß, ist mit der F5 besser beraten als
mit jeder anderen SLR, die es derzeit auf dem Markt gibt.
Nikons sprichwörtliche Zuverlässigkeit und Kompatibilität
finden in der F5 eine Stufe der Vollendung, die ihresgleichen
sucht.
Ich würde sie wieder kaufen und habe noch kein Bild bereut.
Nachtrag:
Anfang des Jahres 2000 kaufte ich mir eine digitale F5, nämlich eine Nikon
D1.
Was diese Kamera kann und wo die Unterschiede liegen, können Sie auf meiner Nikon
D1 Website nachlesen.
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