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BeitragVerfasst: 20.06.2004, 10:11 
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Ich bin am Tage des Erscheinens der D70 con Canon zu Nikon umgestiegen. Grund hierfür waren immer wiederkehrende Qualitätsprobleme bei Canon. Ich hatte bis dato. schon mehrere Kameras (1Ds, 1D, 10D und 300D).

Der Wechsel von Canon zu Nikon ist mir nicht leicht gefallen, da es aus Sicht der meisten als Rückschritt zu bezeichnen ist.

Ich würde die D70 nach meinen bisherigen Erfahrungen als hervorragende Kamera für die Landschafts-, Personen- und Architekturfotografie bezeichnen. Die gebotene Auflösung ist durch den sehr schwach gewählten AA-Filter extrem hoch. Laut Colorfoto liegt diese sogar über der neuen 1D MKII obwohl die Kameras ansonsten natürlich nicht miteinander vergleichbar sind.

Die oft kritisierte Moireneigung ist vorhanden, stört mich aber für meine Anwendungen nicht. Vielmehr genieße ich die hervorragende Schärfe. Nachdem ich ausschließlich im RAW-Format arbeite, konnte ich die Schärfeunterschiede zwischen der 10D und D70 sehr gut vergleichen. Bei der Entwicklung mit Capture One 3.5 musste ich bei der 10D den Schärferegler auf bis zu 200 % stellen, wobei bei der D70 für eine natürlichere Schärfe 70% ausreichen. Dadurch wirken die Bilder homogener, da es keine Kontrasterhöhung bei Motiven wie Bäumen gibt.

Der AF arbeitet extrem zuverlässig und trifft bei allen erdenklichen Motiven den sofort den korrekten Punkt. Die mir von der Canon 10D bekannte AF-Toleranz ist dem Nikon-AF absolut fremd. Er sitzt bei jedem Objektiv und bei jeder Brennweite korrekt. Für die Fotografie schnell bewegter Motive wie Vögel im nahen Vorbeiflug ist der AF eindeutig zu langsam und hat zu wenige Felder. Für einen Großteil der Sportfotografie müsste er jedoch ausreichend sein. Die Bildfrequenz mit 3 Bildern pro Sekunde (bis Karte voll) ist zwar nett, aber für den Sportbereich zu wenig.

Die Belichtungsmessung arbeitet im Mehrfeldmodus, wie natürlich auch im den anderen beiden Modi sehr zuverlässig, so dass der Griff zur Belichtungskorrektur nur sehr selten erfolgen muss.

Besonders erstaunt bin ich über die geringe Staubempfindlichkeit der D70. Ich blase meinen Sensor ca. alle 14 Tage mit einem Blasbalg ab und sauge gleichzeitig mit dem Staubsauger den aufgewirbelten Dreck aus dem Gehäuse. Bisher hatte ich erst auf 10 Bildern einen Staubflecken.

Das Rauschen liegt auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Allerdings verstehe ich beim besten Willen nicht, warum man den Nikonmodellen keine ISO 100 spendiert. Somit erreicht sie bei der niedrigsten ISO-Einstellung nicht ganz das Niveau der 10D. Bei höheren ISO-Werten würde ich die D70 mit der 10D fast gleichsetzten.


Ich versende derzeit folgende(s) Objektive und Zubehör:

AF-S 12-24 f/4,0 – Es bietet eine für diesen Brennweitenbereich hervorragende Schärfe. Durch die hohe Fertigungsqualität ist die Zentrierung absolut perfekt. Es ist selbst bei Offenblende kein Schärfeabfall zu den Bildrändern zu erkennen. Ledigleich die äußersten Ecken werden etwas weicher. Durch die Hervorragende Auflösung eignet es sich sehr gut für Landschaftsaufnahmen. Einziger Kritikpunkt ist die leichte chromatische Aberration.

AF-S 17-55 f/2,8 – Diese schwierig zubekommende Linse weist eine super Verarbeitung auf. Der fordere Tubus fährt spielfrei aus dem Gehäuse und wird durch die am hinteren Gehäuse befestigte Sonnenblende geschützt und von jeder Belastung verschont. Der Brennweitenbereich ist so praktisch gewählt, dass es mein „Immerdraufobjektiv“ ist. Auch hier ist die Zentrierung hervorragend. Die Schärfeverteilung ist bis in die Ecken sehr gleichmäßig. Auch die 17mm-Einstellung liefert hervorragend scharfe Bildergebnisse und eignet sich somit für Landschaftsaufnahmen. Auch erwähnenswert ist natürlich die Offenblendleistung, die dieses Objektiv in die Klasse der Festbrennweiten aufsteigen lässt.

AF-S 70-200 f/2,8 VR – Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Der VR arbeitet sehr zuverlässig, wenn auch nicht mit dem sehr hohen Wirkungsgrad des Canon 70-200. Mir kommt das Nikkor einen Tick verwacklungsanfälliger vor. Dafür ist die optische Leistung ein Traum und liegt im Endbrennweitenbereich sichtbar über der des Canon. Die Bildqualität ist im leicht abgeblendeten Zustand (Blende 4) einfach traumhaft. Bei Offenblende zeichnet es eine Spur weicher.

SB-600 – Dieses Blitzgerät habe ich zweimal gekauft. Es bietet auf der Rückseite ein LC-Display und informiert sehr übersichtlich über die Einstellungen. Leider wurde die Reichweitenanzeige eingespart. Die I-TTL-Blitzsteuerung ist extrem zuverlässig. Das Aufhellblitzen ist bis auf eine sehr gut dosierte Aufhellung nicht auffällig. Der Blitz wurde zum ständigen Begleiter.
Drahtlose Blitzsteuerung der D70 – Wie in der Werbung versprochen arbeitet die Drahtlose Steuerung beider SB-600 über den kamerainternen Blitz der D70. Auch hierbei fällt die perfekte Dosierung auf.

Für meinen Bereich bin ich über den Wechsel zu Nikon sehr froh. Zum ersten Mal macht das Fotografieren wieder richtig Spaß, nachdem man sich auf die Hardware verlassen kann. Somit ist man bei einen verpatzten Bild nicht mehr auf der Suche nach – Mein Fehler – oder doch – Fehler der Hardware-?


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BeitragVerfasst: 20.06.2004, 12:42 
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Sehr interessanter Bericht.
Bestätigt exakt meine Meinungen.
Allerdings kann ich die ISO 200 bei Nikon auch nicht
ganz verstehen, ISO 100 wäre schon gut gewesen.

_________________
viele Grüße
Ingo


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BeitragVerfasst: 20.06.2004, 17:09 
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Wie schaut es eigentlich im direkten Vergleich zwischen 12-24 DX und 17-55 DX im überlappenden Brennweitenbereich aus?

lg Gerhard


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BeitragVerfasst: 21.06.2004, 07:42 
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Kann ich ebenfalls nur zustimmen. Deine Objektivausrüstung ist schon imposant. Das VR 70-200 kostet ja schon soviel wie eine D70. Für die Sportfotografie ist sie vielleicht wirklich etwas zu langsam. Aber sie ist ein guter Kompromiss. Landschaft- und Portraitfotos gelingen aber hervorragend.

Was man aber doch auch betonen muss, ist das einige alte Objektive allerdings schlechte Ergebnisse bringen. Insofern muss man doch einiges an Glas neu kaufen. Als jemand der eine ganze Reihe von MF Nikkoren besitzt, ist das eigentlich sehr schade.
Insofern wär ein kompletter Systemwechsel zu Canon nicht unmöglich gewesen. Trotzdem ist die D70 ein gelungener Schuß und ich bin froh, dass ich Sie habe.

_________________
Andyby1960
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BeitragVerfasst: 21.06.2004, 09:53 
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ingope hat geschrieben:
Allerdings kann ich die ISO 200 bei Nikon auch nicht
ganz verstehen, ISO 100 wäre schon gut gewesen.


Diese Frage kann leider nur der CCD-Lieferant (Sony, Sanyo, oder ?) beantworten. Nikon muß das Ding wohl so nehmen, wie es kommt. Ob so oder so, ISO 200 als Untergrenze sind recht schmerzlich.

lg Gerhard


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BeitragVerfasst: 21.06.2004, 12:43 
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gs hat geschrieben:
ingope hat geschrieben:
Allerdings kann ich die ISO 200 bei Nikon auch nicht
ganz verstehen, ISO 100 wäre schon gut gewesen.


Diese Frage kann leider nur der CCD-Lieferant (Sony, Sanyo, oder ?) beantworten. Nikon muß das Ding wohl so nehmen, wie es kommt. Ob so oder so, ISO 200 als Untergrenze sind recht schmerzlich.

lg Gerhard


das sehe ich anders, gerhard. nicht der chip allein regelt die empfindlichkeit, sondern die firmware. es gibt beispiele, wo verschiedene hersteller den gleichen sony-chip in ihre kameras einbau(t)en, die iso-möglichkeiten aber sehr unterschiedlich sind (bei gleichem ccd-chip wohlgemerkt). meines wissens gilt dies auch für den 6 mp-chip von sony, der angeblich im d100-gehäuse werkelt. auch das rauschverhalten hängt davon ab, wie der chip gesteuert wird.

gruß

mario

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 Betreff des Beitrags: D70 vs. D1H
BeitragVerfasst: 24.06.2004, 14:35 
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Meine Kamera: D3 D700 D7000 P5000
Hallo.

Seit über 21 Tagen besitze ich neben meiner geliebten D1H nun auch eine D70 mit der ich mittlerweile über 3000 Fotos erstellt habe. Neben der D1H wollte ich noch eine Art "Urlaubs- oder Familienkamera" haben. Weiterhin wollte ich wissen was 6 Mio Pixel in der Praxis bringen. Mein Fazit zur D70:
- Auflösung wirklich gut, aber noch nicht wirklich top. Unter dem Aspekt, daß es ausschließlich nur darum gehen sollte.
- Moirebildung kann ich bestätigen. Ist mir bei den ersten Bildern direkt aufgefallen.
- meine neigt zur Überbelichtung. Besonders krass bei der 3D-Messung. Mittenbetonte Messung kommt besser. Prinzipiell habe ich jetzt immer die Bel.korr. um -0.3 oder sogar -0.7 eingestellt.
- das Display ist angenehm hell, allerdings habe ich damit jetzt meine Probleme bei der ersten Beurteilung der Belichtung. Denn das D1H-Display ist dunker. Naja, ist alles Gewöhungssache.
- die Geschwindigkeit. Jooh! Ganz ehrlich - ist mir viel zu langsam. Es wurde hier schon höflich angesprochen. Die D70 ist für Landschaft und Portraitfotografie geeignet. Aber bitte nicht für den Sport. Bei der letzten Motorradveranstaltung auf dem Nürburgring (IDM) habe ich erstmals die D70 getestet. AF viel zu langsam und die 3 Bilder pro Sekunde sind schnell erschöpft (Ich fotografiere fast immer in RAW). Mit der D1H konnte ich sehr schnell gute Ergebnisse erzeielen. Mit der D70 mußte ich erstmal konzentriert üben. Nach einer Weile hatte ich den Dreh raus, um wenigstens scharfe Fotos zu erhalten. Aber das würde ich der D70 auch nicht ankreiden. Das ist halt so.
- Weiterhin bin ich mit dem Akku der D70 sehr sehr zufrieden. Die D1H ist ein Stromfresser. Grausig. Am Ring konnte ich es wieder erleben. Das Akku der D70 hält über 600 Fotos in RAW problemlos durch und das alles mit einem 4 GB Microdrive von Hitachi. Echt klasse!
Fazit: Für meine bevorzugte Art zu fotografieren ist die D70 eher als "Spielzeug" zu klassifizieren. Damit will ich nicht die D70 disqualifizieren. Aber ich habe ich nun einmal auf ein Profigerät (D1H) eingelassen und merke nun einmal den Unterschied. Die D70 werde ich weiter benutzen - obwohl ich schon einmal an einen Verkauf dachte. Die D1H werde ich weiter dort einsetzen wo es schnell gehen muß. Die D70 wird daher im Makro- und Familiebereich ihre Domäne haben. Und wenn Nikon die D2X herausbringt,... ja dann schau mer mal.


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