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BeitragVerfasst: 10.06.2004, 11:55 
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Hallo liebes Forum,

ich habe meine letzte Bilderserie mir bezüglich der Belichtung genauer angeschaut und musste feststellen, dass sie unterbelichtet wirkte.

Nun habe ich mir die Histogramme der Bilder angeschaut und konnte die Unterbelichtung an fehlenden Bildinformationen im rechten Histogrammbereich erkennen.

Erkenntnis-> gute Belichtung=gleichmässige Histogrammverteilung oder ?

Nun folgende Überlegung:

ich mache eine Aufnahme im abgedunkjelten Raum, die Aufnahme wirkt dunkel (unterbelichtet ?) und dem entsprechend ist das Histogramm nicht gleichmässig verteilt.
Sowohl die Aufnahme als auch das Histogramm sind aber korrekt, denn der Raum ist nicht vollständig ausgeläuchtet.
Ist es richtig ? Sollte die Belichtung nicht immer versuchen das Bild möglichst getreu und hell zu belcihten ?

Sorry aber ich komme hier zu keinem sinnvollen Ergebnis in meiner Betrachtung.
Vielleicht könnt Ihr mir weiter helfen...

Wie deutet Ihr die Histogramme ?

Noch einen schönen Tag

Gruß

Gordian

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BeitragVerfasst: 10.06.2004, 23:19 
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Eine gute Frage, deren genaue Antwort mich selbst wirklich interessieren würde.

Ich denke, dass ein gutes Foto die Realität nicht unbedingt 1:1 wiedergeben muss, wobei natürlich sehr wichtig einzusehen ist, dass jedwede Art von Realität relativ ist! Das was das Auge (besser gesagt: das Gehirn) sieht, ist nur eine Interpretation der Realität. Von einem Foto erwarten wir nicht die gleiche Interpretation.

Ich fotografiere sehr viel im Dunkeln auf verschiedenen Events. Die Menschen natürlich mit Blitzlicht und den Hintergrund mit langer Belichtungszeit, so dass auch dieser hell erscheint. Das Histogramm ist ausgewogen, und es werden alle Bereiche voll ausgeschöpft, so fern ich das Foto gut gemacht habe (was ich natürlich immer versuche). Dennoch zweifelt man beim Anblick des Fotos nicht daran, dass es dunkel war.

Auf Privatpartys im dunkeln Raum fotografiere ich gerne indirekt, indem ich gegen die Decke blitze. Dabei wird nicht nur das Motiv, sondern auch der Hintergrund hell ausgeleuchtet. Wieder ist das Histogramm ausgewogen, und alles gut belichtet. Und ich würde nicht sagen, dass die Helligkeit, die Stimmung irgendwie trüben würde.

Das Gehirn arbeitet redundant. Wenn es dunkel wird, kompensieren wir die fehlenden Informationen durch unbewusstes Erschließen was da sein könnte, so dass wir zusätzliches Licht nicht immer vermissen. Auf einen statischen Foto jedoch, kann die Aussage meist nur durch eine korrekte Belichtung wiedergegeben werden, da die Redundanz des Gehirnes fehlt.

Ich meine damit, dass in der Realität unser Gehirn das bearbeitet, was unser Werkzeug Auge ihm gibt. Es wird so bearbeitet, dass es so sinnvoll wie möglich erscheint. Auf einem Foto jedoch arbeitet das Gehirn nicht mehr, sondern nur die Augen (biologisch, psychologisch und wie auch immer völlig falsch! Aber ihr wisst hoffentlich worauf ich hinaus will!) Und so können Fehler wie fehlende Histogrammbereiche nicht kompensiert werden.

Aber natürlich gibt es auch Fotos, die gerade nur einen Teil des Histogramms nutzen, und die absichtlich konstrastarm sind... Und auch das können schöne Fotos sein... Ausnahmen will ich natürlich nicht ausschließen!

Das sind so meine Ideen. Freue mich aber auf alle weiteren Beiträge, bei denen ich noch dazulernen kann.


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BeitragVerfasst: 11.06.2004, 08:35 
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Ich finde, hier ist das Phänomen ganz gut erklärt. Histograms just "are"..., also nicht immer unbedingt richtig oder falsch.
http://www.luminous-landscape.com/tutorials/understanding-series/understanding-histograms.shtml

Mit Gruß Katharina


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BeitragVerfasst: 11.06.2004, 10:35 
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Das Histogramm kann für Testaufnahmen schon sehr hilfreich sein. Aber leider werden heute zunehmend Bilder danach beurteilt. Das ist der pure Unsinn.

Was zählt ist das menschliche Empfinden, nicht die korrekte Verteilung auf einem Histogramm.

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LG Norbert


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BeitragVerfasst: 11.06.2004, 13:01 
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Hallo Norbert,

zur Zeitpunkt der Aufnahme gibt es nicht viele Hilfsmittel, die es ermöglichen ein Urteil über korrekte Belichtung zu bilden.
Dazu zählt der LCD und Histogramm.
Am Histogramm kann ich eindeutig eine Unter-/über-belichtung feststellen, dies allerdings immer nur bezogen auf die Lichtsituation.
Hinterher ist es meistens zu spät.
Leichte Unterbelichtung ist noch korrigierbar (bis 1 Blende), Überbelichtung ist meistens nicht mehr korrigierbar.

Wie gesagt es ist nur ein Hilfsmittel, wie der Belichtungsmesser.

Gruß

Gordian

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BeitragVerfasst: 11.06.2004, 14:21 
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NeoMan hat geschrieben:
Hallo Norbert,

Leichte Unterbelichtung ist noch korrigierbar (bis 1 Blende), Überbelichtung ist meistens nicht mehr korrigierbar.



Klar.
Was nicht drauf ist, kann später nicht her geholt werden, es sei denn man malt es rein. Das gilt allerdings auch bei Schattendetails für unterbelichtete Bilder.

Bisher habe ich immer eher unterbelichtet. Wie man in der Galerie sieht, tendiere ich sowieso zum dunklen Bild. Aber es ist auch richtig, dass korrigierte unterbelichtete Bilder das Rauschen verstärken und damit ist wiederum ein Detailverlust im gesamten Bild verbunden.

Das Problem ist eben der geringe Kontrastumfang. Und auch hier hängt es vom Bildmotiv und dem verwendeten Objektiv ab. Das Ergebnis wird bei manchen kontrastarmen Aufnahmen leicht überbelichtet mit anschließender Tonwertkorrektur sogar besser. Eine Regel für alles lässt sich nie definieren.

Eines ist jedoch sicher. Die Korrektur der Tonwertkurve im hellen Bereich (stark) nach links angepasst verstärkt das Rauschen.

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LG Norbert


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BeitragVerfasst: 12.06.2004, 09:43 
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NorbertGutscher hat geschrieben:
Bisher habe ich immer eher unterbelichtet. Wie man in der Galerie sieht, tendiere ich sowieso zum dunklen Bild.


warum eigentlich ?
Ich habe immer einen Graukeil auf dem Bildschirm.
Damit kann auf einfache Art und Weise die Helligkeit einer Aufnahme
kontrolliert werden.

Im kommenden Urlaub werde ich bei der S2 die Bildvorschau mit Histogramm aktivieren und schauen ob es für mich brauchbar ist.

Übrigens über Histogramm kann man auch falsch eingestellte Farbtemperatur erkennen.
Dazu muß man sich die einzelnen Farben einzeln anschauen.
Das was der LCD wiedergibt entspricht nicht immer der Wahrheit ,bezüglich der Farbwiedergabe.

Gruß

Gordian

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BeitragVerfasst: 12.06.2004, 10:18 
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Gordian.

Auf welchen Teil bezieht sich deine Frage?

Unterbelichtung zum Beispiel bei Konzertaufnahmen mit starken Kontrasten durch die Scheinwerfer und späterem dezentem Aufhellen der Schatten. Spotbelichtung auf den fast hellsten Punkt im Gesicht.

Eher dunkle Bilder mache ich ganz einfach, weil ich es besser finde.

Über Kalibrierung können wir uns noch stundenlang ohne Ergebnis unterhalten. Das geht nur, wenn wir auf den selben Schirm schauen.

Stimmt. Das Display bringt nie die richtigen Farben. Allerdings zweifle ich ein wenig, ob man das am Histogramm vor Ort besser sehen kann. Ich nehme lieber eine falsche Farbe in Kauf bevor das Objekt entschwindet. :-)

Eine bessere Methode ist der manuelle Weißabgleich mit Graukarte und ein Testbild auf dem die Graukarte mit abgebildet ist vor jeder neuen Lichtsituation. Die anschließenden Korrekturen sind dann minimal.


Bild

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LG Norbert


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BeitragVerfasst: 12.06.2004, 11:38 
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Hallo Norbert,

>Auf welchen Teil bezieht sich deine Frage?

Auf diese Passage: "Wie man in der Galerie sieht, tendiere ich sowieso zum dunklen Bild"

>Über Kalibrierung können wir uns noch stundenlang ohne Ergebnis unterhalten. Das geht nur, wenn wir auf den selben Schirm schauen.

Blos das nicht. Ich habe auch schon entliche Stunden mich damit außeinandergesetzt. Die guten Lösungen sind mir leider zu teuer.

Ich denke, in den meisten Fällen kriegt man den Weißabgleich auch nachhinein in Griff.

Mein ursprüngliches Problem war eigentlich die richtige Deutung des Histogramms.

Meine bisherige Erkenntnis:
- Starke unter-/über-Belichtungen sind hier gut zu erkennen (abhängig vom Lichtverhältnissen und Situation)
- eventuelle Farbtemperaturfehler sind auch erkennebar (...)
- Histogramm ist nur ein von vielen Hilfsmitteln, mehr nicht
- die Übung macht den Meister :-)

Gruß

Gordian

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